Eine Umschulung ohne Ausbildung ist möglich: Die Agentur für Arbeit kann Menschen ohne Berufsabschluss dabei fördern, einen anerkannten Abschluss nachzuholen. Neben der klassischen Umschulung gibt es Teilqualifikationen und die Externenprüfung. Wer keinen neuen Berufsabschluss braucht, sondern schnell Fachwissen für ein Berufsfeld sucht, kann auch eine Weiterbildung ohne Ausbildung wählen.

Frau ohne Berufsabschluss beginnt eine Umschulung

Umschulung oder Weiterbildung: Was ist der Unterschied?

Eine Umschulung soll laut Berufsbildungsgesetz zu einer anderen beruflichen Tätigkeit befähigen. In der Praxis endet sie mit einer Prüfung vor der Kammer und einem anerkannten Berufsabschluss, zum Beispiel als Kauffrau oder Kaufmann. Sie ist gegenüber der regulären Ausbildung um mindestens ein Drittel verkürzt. Laut Bundesagentur für Arbeit (BA) dauert eine Umschulung in einem dreijährigen Ausbildungsberuf in der Regel zwei Jahre.

Eine Weiterbildung ist meist kürzer. Sie vermittelt gezielt Kenntnisse für ein Berufsfeld und endet mit Zertifikaten, aber nicht mit einem staatlich anerkannten Berufsabschluss. Welche Form für dich besser ist, hängt davon ab, ob dein Wunschberuf einen formalen Abschluss verlangt oder ob Arbeitgeber vor allem auf Kenntnisse und Praxis achten.

Welche Wege gibt es ohne Berufsabschluss?

Die BA nennt mehrere Wege, einen Abschluss nachzuholen oder dich weiterzuqualifizieren:

Welche Förderung gibt es für eine Umschulung ohne Ausbildung?

Nach § 81 Abs. 2 SGB III kann die Agentur für Arbeit Menschen ohne Berufsabschluss fördern, wenn sie für den angestrebten Beruf geeignet sind und ihre Beschäftigungschancen damit verbessern. Wie jemand ohne Abschluss kann unter Umständen auch behandelt werden, wer zwar einen Abschluss hat, aber mehr als vier Jahre an- oder ungelernt gearbeitet hat und deshalb voraussichtlich nicht mehr im erlernten Beruf arbeiten kann. Wer weniger als drei Jahre berufstätig war, wird nur unter zusätzlichen Bedingungen gefördert. Zeiten der Arbeitslosigkeit und der Kindererziehung zählen dabei wie Berufstätigkeit.

Die Förderung erfolgt in der Regel über einen Bildungsgutschein. Die Agentur kann die Lehrgangskosten übernehmen und unter bestimmten Voraussetzungen auch Fahrtkosten und Lernmittel. Bei einer betrieblichen Umschulung bekommst du laut BA eine Ausbildungsvergütung, die Agentur kann zusätzlich Arbeitslosengeld zahlen. Mehr dazu unter Umschulung über das Arbeitsamt.

Weiterbildungsgeld und Weiterbildungsprämie

Für abschlussbezogene Weiterbildungen gibt es nach § 87a SGB III zusätzliche Geldleistungen. Sie gelten für geförderte Weiterbildungen, die zu einem Abschluss in einem Ausbildungsberuf mit mindestens zweijähriger Ausbildungsdauer führen:

Wichtig: Diese Leistungen gibt es nur bei Weiterbildungen, die zu einem Berufsabschluss führen. Bei Weiterbildungen, die mit Zertifikaten enden, fallen sie nicht an. Ob das Arbeitslosengeld während der Weiterbildung weitergezahlt wird, erklärt der Ratgeber Arbeitslosengeld während der Weiterbildung.

Mann ohne Ausbildung übt in einer Weiterbildung ein Kundengespräch

Weiterbildung ohne Ausbildung: Wann ist das sinnvoll?

Nicht jeder Beruf verlangt einen formalen Abschluss. In manchen Berufsfeldern zählen für Arbeitgeber vor allem Kenntnisse, Werkzeuge und Kommunikationsstärke. Dann kann eine Weiterbildung ohne Ausbildung der schnellere Weg sein, weil sie meist nur einige Monate dauert statt zwei Jahre.

Eine Weiterbildung ist sinnvoll, wenn du:

Eine Umschulung ist sinnvoller, wenn dein Wunschberuf einen anerkannten Abschluss voraussetzt oder du langfristig die formale Qualifikation willst. Prüfe dazu die Anforderungen im BERUFENET der BA und in aktuellen Stellenanzeigen.

So gehst du vor

Bist du gerade ohne Job, melde dich rechtzeitig. Wie das geht, erklärt der Ratgeber Arbeitslos melden. Was bei einer Ablehnung hilft, liest du unter Bildungsgutschein abgelehnt.

Geförderte Weiterbildung im Vertrieb

Der Vertrieb ist ein Berufsfeld, in das viele Menschen aus anderen Bereichen wechseln. Die Sales Akademie bietet dafür zwei geförderte Vollzeit-Weiterbildungen an: den Sales Manager im digitalen Vertrieb (8 Monate) und den Digital Sales Manager (5 Monate). Beide finden im virtuellen Klassenzimmer statt. Laptop, Headset und Maus werden gestellt.

Die Weiterbildungen sind keine Umschulungen und führen nicht zu einem anerkannten Berufsabschluss. Du kannst dabei 9 Zertifikate erwerben, darunter 3 IHK-Zertifikate, eine Salesforce-Zertifizierung und 4 HubSpot-Zertifikate. Für den Digital Sales Manager brauchst du Deutsch auf B2-Niveau und PC-Grundkenntnisse. Welche Voraussetzungen in deinem Fall gelten, klären wir in der Beratung. Ob du gefördert wirst, entscheidet der Kostenträger, etwa die Agentur für Arbeit oder das Jobcenter.

Kostenlose Beratung

Du hast keinen Berufsabschluss und überlegst, ob eine Weiterbildung im Vertrieb zu dir passt? In einer kostenlosen Beratung besprechen wir deine Optionen und prüfen die Förderfähigkeit. Du erreichst uns auch unter 030 31192051.

Dieser Artikel ersetzt keine Rechtsberatung.

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