Ein Jobwechsel gelingt am sichersten mit Plan: Kläre zuerst, warum du wechseln willst, bewirb dich aus der bestehenden Stelle heraus und kündige erst, wenn du den neuen Arbeitsvertrag unterschrieben hast. Wer ohne neue Stelle selbst kündigt, riskiert in der Regel eine Sperrzeit beim Arbeitslosengeld. Willst du die Branche wechseln, etwa in den Vertrieb, kann eine Weiterbildung vorab den Einstieg erleichtern.

Welche Gründe sprechen für einen Jobwechsel?
Menschen wechseln aus sehr unterschiedlichen Gründen den Job. Typische Gründe sind zum Beispiel:
- Du siehst keine Entwicklungsmöglichkeiten mehr.
- Das Gehalt passt nicht zu deiner Leistung oder zu deinen Lebenshaltungskosten.
- Das Arbeitsklima oder die Führung belasten dich dauerhaft.
- Deine Aufgaben passen nicht mehr zu deinen Interessen.
- Du willst mehr Flexibilität, etwa durch Homeoffice oder andere Arbeitszeiten.
- Deine Stelle ist unsicher geworden, oder deine Branche verändert sich stark.
Frag dich ehrlich, ob das Problem an der Stelle, am Arbeitgeber oder am Beruf selbst liegt. Manchmal reicht ein Gespräch über neue Aufgaben oder ein Gehaltsgespräch. Wie du das vorbereitest, liest du im Ratgeber Gehaltsverhandlung. Liegt das Problem am Beruf, geht es eher um eine berufliche Neuorientierung.
Wann ist der richtige Zeitpunkt?
Einen perfekten Zeitpunkt gibt es selten. Einige Punkte helfen dir aber bei der Entscheidung:
- Aus der Beschäftigung heraus: Du bewirbst dich ohne Zeitdruck und kannst Angebote in Ruhe prüfen.
- Kündigungsfrist beachten: Die gesetzliche Grundkündigungsfrist beträgt nach § 622 BGB vier Wochen zum 15. oder zum Monatsende. Dein Arbeitsvertrag oder ein Tarifvertrag kann andere Fristen vorsehen. Schau vorher nach, damit du dem neuen Arbeitgeber einen realistischen Starttermin nennen kannst.
- Probezeit: In einer vereinbarten Probezeit von höchstens sechs Monaten beträgt die Kündigungsfrist nach § 622 BGB zwei Wochen. Das gilt für beide Seiten, auch in der neuen Stelle.
- Persönliche Situation: Plane größere Veränderungen, etwa Umzug oder Familienzuwachs, möglichst mit ein.
Rechne damit, dass Bewerbungsprozesse oft mehrere Wochen dauern. Starte deshalb nicht erst, wenn der Druck zu groß wird.
So gehst du beim Jobwechsel vor
1. Ziel festlegen
Schreib auf, was die neue Stelle bieten soll und was auf keinen Fall mehr sein soll. So vergleichst du Angebote später nicht nur nach dem Gehalt. Hilfreich sind dabei die kostenlosen Tools der Bundesagentur für Arbeit (BA), etwa New Plan im Portal mein NOW, das BERUFENET und der Entgeltatlas.
2. Unterlagen aktualisieren
Bring deinen Lebenslauf auf den aktuellen Stand und stelle Erfolge konkret dar. Tipps dazu findest du im Ratgeber moderner Lebenslauf. Pflege auch dein Profil in beruflichen Netzwerken.
3. Diskret suchen
Bewirb dich außerhalb der Arbeitszeit und nicht mit Geräten deines Arbeitgebers. Erzähl im Team erst von deinen Plänen, wenn der Wechsel feststeht.
4. Angebote prüfen
Lies den neuen Vertrag genau: Gehalt, Arbeitszeit, Urlaub, Probezeit, Kündigungsfristen und Arbeitsort. Kläre offene Fragen vor der Unterschrift.
5. Erst unterschreiben, dann kündigen
Kündige deine aktuelle Stelle erst, wenn du den neuen Arbeitsvertrag unterschrieben hast. Eine mündliche Zusage genügt dafür nicht. Die Kündigung muss nach § 623 BGB schriftlich erfolgen, eine E-Mail reicht nicht. Danach vereinbarst du eine gute Übergabe und bittest um ein Arbeitszeugnis.
Was passiert, wenn du ohne neuen Job kündigst?
Wer sein Arbeitsverhältnis selbst löst und dadurch arbeitslos wird, bekommt in der Regel eine Sperrzeit beim Arbeitslosengeld. Nach § 159 SGB III beträgt sie grundsätzlich zwölf Wochen, sofern kein wichtiger Grund vorliegt. Das kann auch bei einem Aufhebungsvertrag gelten. Einen wichtigen Grund musst du darlegen und nachweisen. Welche Gründe anerkannt werden können und wie die Sperrzeit wirkt, erklärt der Ratgeber Sperrzeit beim Arbeitslosengeld.
Wichtig ist außerdem die Meldepflicht: Wenn dein Arbeitsverhältnis endet, musst du dich nach § 38 SGB III spätestens drei Monate vorher arbeitsuchend melden. Erfährst du später davon, hast du dafür drei Tage Zeit. Wie das funktioniert, steht im Ratgeber Arbeitslos melden.

Branchenwechsel: Wie gelingt der Wechsel in den Vertrieb?
Der Vertrieb gehört zu den Berufsfeldern, in die viele Menschen aus anderen Branchen wechseln. Erfahrungen aus Einzelhandel, Gastronomie, Pflege, Handwerk oder Kundenservice sind dabei oft nützlich, denn du hast bereits mit Menschen gearbeitet, Bedürfnisse erkannt und Lösungen gefunden. Dein Fachwissen aus der alten Branche kann ein Vorteil sein, wenn du später Produkte für genau diese Zielgruppe verkaufst.
Was vielen Quereinsteigern fehlt, sind Kenntnisse in Vertriebsmethoden, CRM-Systemen und digitalen Verkaufsprozessen. Genau das fragen viele Stellenanzeigen ab. Wie der Einstieg gelingen kann, beschreibt der Ratgeber Quereinstieg in den Vertrieb. Welche Aufgaben dich erwarten, zeigt der Beitrag Was macht ein Sales Manager?.
Weiterbildung vor dem Jobwechsel
Eine Weiterbildung kann den Wechsel vorbereiten, vor allem wenn du die Branche wechselst. Welche Förderung infrage kommt, hängt von deiner Situation ab:
- Du bist beschäftigt: Die Agentur für Arbeit kann Weiterbildungen im bestehenden Arbeitsverhältnis fördern, allerdings nur in Absprache mit deinem Arbeitgeber, der sich meist an den Kosten beteiligt. Eine erste Orientierung bietet die kostenlose Berufsberatung im Erwerbsleben der BA unter 0800 4 555500.
- Du bist arbeitslos oder von Arbeitslosigkeit bedroht: Dann kann die Agentur für Arbeit oder das Jobcenter eine Weiterbildung mit einem Bildungsgutschein nach § 81 SGB III fördern. Voraussetzungen erklärt der Beitrag Bildungsgutschein: Voraussetzungen und Antrag.
Welche Weiterbildung zu dir passt, kannst du mit dem Ratgeber Welche Weiterbildung passt zu mir? herausfinden.
Geförderte Weiterbildung im Vertrieb bei der Sales Akademie
Die nach AZAV zugelassene Sales Akademie bietet zwei Vollzeit-Weiterbildungen im virtuellen Klassenzimmer an: den Sales Manager im digitalen Vertrieb (8 Monate) und den Kompaktkurs Digital Sales Manager (5 Monate). In beiden lernst du CRM mit Salesforce und HubSpot sowie das Arbeiten mit Künstlicher Intelligenz im Vertrieb. Du kannst 9 Zertifikate erwerben, darunter 3 IHK-Zertifikate. Nach Kursende gibt es bis zu 6 Monate individuelle Karriereberatung.
Mögliche Kostenträger sind etwa die Agentur für Arbeit oder das Jobcenter. Ob du gefördert wirst, entscheidet der Kostenträger.
Kostenlose Beratung
Du planst einen Jobwechsel in den Vertrieb und willst wissen, ob eine geförderte Weiterbildung für dich infrage kommt? In einer kostenlosen Beratung besprechen wir deine Optionen und prüfen die Förderfähigkeit. Du erreichst uns auch unter 030 31192051.
Dieser Artikel ersetzt keine Rechtsberatung.
Weiterlesen
