Welche Weiterbildung zu dir passt, hängt von drei Dingen ab: deinen Stärken und Interessen, deinem beruflichen Ziel und deinen Rahmenbedingungen wie Zeit und Finanzierung. Mit ein paar ehrlichen Fragen, den kostenlosen Tools der Bundesagentur für Arbeit (BA) und einem Blick auf die Qualität der Anbieter findest du heraus, welche Richtung sich für dich lohnt.

Schritt 1: Beantworte die wichtigsten Fragen an dich selbst
Nimm dir eine Stunde Zeit und beantworte diese Fragen schriftlich. Notizen helfen dir später in der Beratung und bei der Bewerbung.
- Was ist mein Ziel: im Beruf bleiben und mich spezialisieren, aufsteigen oder etwas ganz Neues machen?
- Welche Aufgaben haben mir in früheren Jobs Energie gegeben, welche haben mich ausgelaugt?
- Arbeite ich lieber mit Menschen, mit Zahlen, mit Technik oder mit den Händen?
- Wie lerne ich am besten: allein im eigenen Tempo oder in einer Gruppe mit festen Zeiten?
- Wie viel Zeit habe ich: Kann ich Vollzeit lernen oder nur neben dem Job?
- Wie finanziere ich die Weiterbildung, und brauche ich dafür eine Förderung?
- Wie wichtig ist mir ein formaler Abschluss im Vergleich zu schnell anwendbarem Wissen?
Schritt 2: Stärken und Interessen erkennen
Viele Menschen unterschätzen, was sie schon können. Frag Kolleginnen, Freunde oder frühere Vorgesetzte, wofür sie dich schätzen. Oft tauchen dabei Fähigkeiten auf, die du selbst für selbstverständlich hältst, etwa gut zuhören, Konflikte lösen oder Dinge organisieren.
Unterscheide dabei zwischen Stärken und Interessen. Eine Stärke ist etwas, das dir leichtfällt. Ein Interesse ist etwas, das dich neugierig macht. Die passende Weiterbildung verbindet idealerweise beides. Welche Soft Skills Arbeitgeber heute suchen, liest du im Ratgeber Soft Skills.
Schritt 3: Die kostenlosen Tools der Arbeitsagentur nutzen
Die BA stellt mehrere Online-Angebote bereit, die dir bei der Orientierung helfen:
- New Plan: Das Erkundungstool im Portal mein NOW hilft Menschen im Erwerbsleben, ihre Stärken zu ermitteln und passende Entwicklungsmöglichkeiten zu finden.
- Online-Tests in mein NOW: Dort gibt es unter anderem einen Test zur Frage, welche Weiterbildung zu dir passt, und einen Test zu deinen digitalen Kompetenzen.
- BERUFECHECK: Damit prüfst du, wie gut ein bestimmter Beruf zu deinen Stärken und Fähigkeiten passt.
- BERUFENET: Das Berufelexikon der BA beschreibt Aufgaben, Zugangsvoraussetzungen und Weiterbildungswege.
- Check-U: Das Erkundungstool richtet sich laut BA an Schülerinnen und Schüler und schlägt passende Ausbildungen und Studienfächer vor. Für junge Menschen vor der ersten Berufswahl ist es der bessere Einstieg als New Plan.
Mehr zum Weiterbildungsportal der BA erfährst du unter mein NOW und im Ratgeber zu KURSNET.
Schritt 4: Den Arbeitsmarkt prüfen
Eine Weiterbildung lohnt sich vor allem, wenn es für das Ziel auch Stellen gibt. Zwei weitere Werkzeuge der BA helfen dir dabei: Die Fachkräfte-Engpassanalyse zeigt, wo aktuell Fachkräfte gesucht werden. Der Entgeltatlas gibt einen Überblick über Verdienstmöglichkeiten in verschiedenen Berufen.
Ergänzend lohnt sich ein Blick in Stellenbörsen in deiner Region oder für Remote-Stellen. Achte darauf, welche Kenntnisse, Programme und Abschlüsse immer wieder verlangt werden. Wenn für deinen Wunschberuf fast überall ein Studium oder eine Ausbildung gefordert wird, ist eine Umschulung oder ein Studium vielleicht passender als ein Zertifikatskurs. Einen Überblick über die Formen gibt der Ratgeber Weiterbildungsmöglichkeiten.

Schritt 5: Qualität des Anbieters prüfen
Wenn die Richtung feststeht, vergleichst du Anbieter. Diese Punkte solltest du prüfen:
- Zulassung: Für eine Förderung mit Bildungsgutschein müssen Träger und Maßnahme zugelassen sein, in der Regel nach AZAV.
- Inhalte: Passen die Lerninhalte zu den Anforderungen in Stellenanzeigen? Gibt es einen detaillierten Lehrplan?
- Lernformat: Gibt es Live-Unterricht mit Lehrkräften, Übungen und Praxisphasen?
- Abschlüsse: Welche Zertifikate erhältst du, und wer stellt sie aus?
- Unterstützung: Hilft der Anbieter bei Bewerbung und Berufseinstieg?
Eine ausführliche Checkliste findest du unter Qualitätsmerkmale einer Weiterbildung.
Beratung, Infoveranstaltung oder Probeunterricht nutzen
Du musst die Entscheidung nicht allein treffen. Die Berufsberatung im Erwerbsleben der BA ist kostenlos und per Video oder vor Ort möglich. Einen Termin bekommst du online oder unter 0800 4 555500. Bist du arbeitslos, sprichst du mit deiner Ansprechperson bei der Agentur für Arbeit oder beim Jobcenter. Dort wird auch geklärt, ob eine Förderung möglich ist.
Viele Anbieter bieten zusätzlich Beratungsgespräche, Infoveranstaltungen oder Probeunterricht an. Stell dort konkrete Fragen: Wie läuft ein typischer Unterrichtstag ab? Wie viele Teilnehmende sind in einer Gruppe? Welche Unterstützung gibt es nach dem Kurs? Wenn du grundsätzlich noch überlegst, wohin die Reise gehen soll, hilft dir der Ratgeber Berufliche Neuorientierung.
Für wen passt eine Weiterbildung im Vertrieb?
Der Vertrieb kann eine gute Richtung sein, wenn du bei deinem Selbstcheck merkst, dass dir diese Dinge liegen:
- Du sprichst gern mit Menschen, auch mit Fremden und am Telefon.
- Du hörst zu und findest heraus, was jemand wirklich braucht.
- Du bleibst dran, auch wenn nicht jedes Gespräch zum Abschluss führt.
- Du arbeitest gern mit Zielen und siehst gern, was du erreicht hast.
- Du hast keine Scheu vor digitalen Werkzeugen wie CRM-Systemen.
Weniger passend ist der Vertrieb, wenn du Gespräche mit Kundinnen und Kunden grundsätzlich meiden möchtest oder am liebsten ohne messbare Ziele arbeitest. Wie der Einstieg aussehen kann, beschreibt der Ratgeber Quereinstieg in den Vertrieb.
Geförderte Weiterbildung im Vertrieb bei der Sales Akademie
Die nach AZAV zugelassene Sales Akademie bietet zwei Vollzeit-Weiterbildungen im virtuellen Klassenzimmer an. Der Sales Manager im digitalen Vertrieb dauert 8 Monate und umfasst unter anderem Sales Funnel, Customer Journey und Verkaufsgespräche mit echten Kunden. Der Kompaktkurs Digital Sales Manager dauert 5 Monate. Dort sind zum Beispiel Psychologie im Sales, Leadgenerierung und Verkaufsgesprächscoaching Teil der Weiterbildung.
In beiden lernst du CRM mit Salesforce und HubSpot sowie das Arbeiten mit Künstlicher Intelligenz im Vertrieb und kannst 9 Zertifikate erwerben. Mögliche Kostenträger sind etwa die Agentur für Arbeit oder das Jobcenter. Ob du gefördert wirst, entscheidet der Kostenträger.
Kostenlose Beratung
Du bist unsicher, ob der Vertrieb zu dir passt und welcher der beiden Kurse der richtige ist? In einer kostenlosen Beratung besprechen wir deine Optionen und prüfen die Förderfähigkeit. Du erreichst uns auch unter 030 31192051.
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