Soft Skills sind persönliche und soziale Fähigkeiten, die bestimmen, wie du mit anderen Menschen, mit Aufgaben und mit dir selbst umgehst, zum Beispiel Kommunikation, Empathie oder Belastbarkeit. Im Vertrieb entscheiden sie oft mit darüber, ob ein Gespräch gelingt. Wichtig ist, sie nicht nur zu behaupten, sondern mit Beispielen zu belegen.

Was sind Soft Skills?
Der Begriff steht im Gegensatz zu Hard Skills. Hard Skills sind fachliche Kenntnisse, die sich meist über Abschlüsse oder Zertifikate nachweisen lassen: eine Sprache, ein Softwareprogramm, Buchhaltung. Soft Skills beschreiben dagegen, wie du arbeitest und wie du mit anderen umgehst.
Häufig werden Soft Skills in vier Gruppen eingeteilt:
- Soziale Kompetenzen: Kommunikation, Empathie, Teamfähigkeit, Konfliktfähigkeit
- Persönliche Kompetenzen: Resilienz, Selbstmotivation, Zuverlässigkeit, Lernbereitschaft
- Methodische Kompetenzen: Selbstorganisation, Zeitmanagement, Problemlösung
- Emotionale Kompetenzen: eigene Gefühle erkennen und steuern, die Stimmung anderer wahrnehmen
Die Grenzen sind fließend. Entscheidend ist, dass Arbeitgeber in der Stellenanzeige oft genau diese Begriffe verwenden und im Gespräch prüfen, ob sie zu dir passen.
Welche Soft Skills sind besonders wichtig?
Welche Fähigkeiten zählen, hängt von der Stelle ab. Einige tauchen aber in sehr vielen Anzeigen auf.
Kommunikationsfähigkeit
Dazu gehört mehr als gut reden zu können: aktiv zuhören, verständlich erklären, passende Fragen stellen und schriftlich klar formulieren. Im Arbeitsalltag zeigt sie sich in E-Mails, Telefonaten und Meetings.
Empathie
Empathie heißt, die Sicht und die Gefühle anderer nachzuvollziehen. Sie hilft dir, Bedürfnisse zu erkennen, die nicht direkt ausgesprochen werden, und Konflikte zu entschärfen.
Resilienz und Belastbarkeit
Resilienz beschreibt die Fähigkeit, mit Rückschlägen umzugehen und danach wieder handlungsfähig zu sein. Wer eine längere Arbeitslosigkeit oder eine berufliche Neuorientierung hinter sich hat, hat hier oft mehr Erfahrung, als er sich selbst zutraut.
Teamfähigkeit
Teamfähig bist du, wenn du Informationen teilst, Absprachen einhältst, andere unterstützt und Kritik annehmen kannst. Auch Einzelkämpfer-Jobs funktionieren selten ohne Kolleginnen und Kollegen.
Selbstorganisation und Lernbereitschaft
Viele Stellen verlangen, dass du Prioritäten setzt und dich in neue Tools einarbeitest. Gerade bei Arbeit im Homeoffice ist das wichtig.
Welche Soft Skills sind im Vertrieb gefragt?
Im Vertrieb stehen Gespräche im Mittelpunkt. Deshalb achten Arbeitgeber hier besonders auf einige Fähigkeiten:
- Zuhören und Fragen stellen: Ein gutes Verkaufsgespräch beginnt mit der Bedarfsanalyse, nicht mit der Produktvorstellung.
- Empathie: Wer versteht, was einen Kunden antreibt oder bremst, kann passend beraten. Hintergründe dazu liefert der Beitrag Verkaufspsychologie.
- Frustrationstoleranz: Absagen gehören zum Alltag, etwa bei der Kaltakquise. Wichtig ist, ein Nein nicht persönlich zu nehmen.
- Zielorientierung: Vertriebsteams arbeiten mit Kennzahlen wie Terminen oder Abschlüssen.
- Verhandlungsgeschick: Einwände aufnehmen, Lösungen anbieten und zu einer Einigung kommen.
- Beziehungsaufbau: Besonders in der Kundenbetreuung und im Account Management zählt, dass Kunden dir vertrauen.
- Sorgfalt: Gesprächsnotizen und Kundendaten müssen im CRM-System stimmen, damit das Team damit arbeiten kann.
Die gute Nachricht für Quereinsteiger: Viele dieser Fähigkeiten hast du vielleicht schon im Einzelhandel, in der Pflege, in der Gastronomie oder im Kundenservice aufgebaut. Mehr dazu steht im Beitrag Quereinstieg in den Vertrieb.
Wie belegst du Soft Skills im Lebenslauf?
Eine Liste mit „kommunikationsstark, teamfähig, belastbar“ überzeugt kaum jemanden, weil fast alle Bewerber so etwas schreiben. Besser ist es, Soft Skills in deine Tätigkeiten einzubauen:
- Statt „kundenorientiert“: „Beratung von Kundinnen und Kunden an der Servicetheke, Bearbeitung von Reklamationen“
- Statt „teamfähig“: „Einarbeitung neuer Kolleginnen und Kollegen im Schichtbetrieb“
- Statt „organisiert“: „Planung der Tourenliste für den Außendienst“
Im Profil am Anfang des Lebenslaufs kannst du zwei, drei Stärken nennen, wenn du sie gleich mit einem Beleg verbindest. Weiterbildungen mit Kommunikations- oder Verkaufstraining gehören in einen eigenen Abschnitt. Wie das aussieht, zeigt der Beitrag moderner Lebenslauf.

Wie zeigst du Soft Skills im Vorstellungsgespräch?
Im Gespräch fragen viele Arbeitgeber nach konkreten Situationen, etwa „Erzählen Sie von einem Konflikt mit einem Kunden“. Bereite dafür Beispiele nach einem festen Muster vor:
- Situation: Was war los?
- Aufgabe: Was solltest du erreichen?
- Handlung: Was hast du konkret getan?
- Ergebnis: Was ist dabei herausgekommen, und was hast du gelernt?
Dazu kommt: Deine Soft Skills zeigen sich im Gespräch selbst. Wer zuhört, nachfragt und ruhig bleibt, wenn eine schwierige Frage kommt, beweist genau das, was er behauptet. Im Vertrieb wird das oft mit einem Rollenspiel geprüft. Beispiele findest du im Artikel Vorstellungsgespräch: Fragen und Antworten.
Kann man Soft Skills trainieren?
Ja, viele Soft Skills lassen sich üben, auch wenn es Zeit braucht. Einige Ansätze:
- Feedback einholen: Frag Menschen, denen du vertraust, wie du in Gesprächen wirkst.
- Gespräche üben: Rollenspiele mit Freunden oder in einer Lerngruppe machen typische Situationen vertraut.
- Dich selbst beobachten: Nimm ein Übungsgespräch auf und schau es dir an. Wie viel redest du, wie viel fragst du?
- Reflektieren: Notiere nach schwierigen Situationen, was gut lief und was du beim nächsten Mal anders machst.
- Ehrenamt oder Nebenjob: Hier sammelst du echte Erfahrung im Umgang mit Menschen, die du später belegen kannst.
- Strukturiertes Training: Kurse mit Kommunikations- und Verkaufstraining geben dir Methoden und regelmäßiges Feedback.
Soft Skills in einer geförderten Weiterbildung stärken
Wer in den Vertrieb wechseln möchte, kann fachliche und persönliche Fähigkeiten gemeinsam aufbauen. Im Digital Sales Manager Kompaktkurs gehören unter anderem Psychologie und Persönlichkeit im Sales, erfolgreich kommunizieren im digitalen Umfeld und ein Verkaufsgesprächscoaching mit dem Lehrteam zu den Lerninhalten, außerdem Bewerbungsunterlagen und Vorstellungsgespräche. Der Kurs Sales Manager im digitalen Vertrieb umfasst ein Training in Verkaufskommunikation und Beratung sowie im dritten Modul Verkaufsgespräche mit echten Kunden.
In beiden Kursen begleitet dich eine individuelle Karriereberatung bis zu sechs Monate nach Kursende. Eine Stelle kann niemand versprechen, aber du kannst deine Soft Skills gezielt üben und mit Zertifikaten ergänzen. Eine Förderung ist zum Beispiel über einen Bildungsgutschein möglich, darüber entscheidet der Kostenträger.
Dein nächster Schritt
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