Kaltakquise heißt, potenzielle Kunden anzusprechen, die noch keinen Kontakt zu deinem Unternehmen hatten – meist per Telefon, dann spricht man von Telefonakquise. In Deutschland ist das vor allem im Geschäftskundenbereich (B2B) verbreitet, denn Werbeanrufe bei Privatpersonen sind ohne deren ausdrückliche Einwilligung verboten. Mit guter Vorbereitung, einem klaren Leitfaden und Übung wird aus dem gefürchteten Kaltanruf ein normales Gespräch.

Vertriebsmitarbeiterin telefoniert mit Headset bei der Kaltakquise

Was bedeuten Kaltakquise und Telefonakquise?

Bei der Kaltakquise gewinnst du neue Kunden, zu denen noch keine Geschäftsbeziehung besteht. Das kann per Telefon, E-Mail, über soziale Netzwerke wie LinkedIn oder persönlich geschehen. Telefonakquise ist der Oberbegriff für die Kundengewinnung am Telefon – kalt, also ohne Vorkontakt, oder warm, etwa bei Interessenten, die sich schon gemeldet haben.

Im Vertrieb ist Kaltakquise meist eine Aufgabe von Inside Sales Managern, Business Development Reps oder Vertriebsmitarbeitern, die neue Termine für das Team vereinbaren.

Ist Kaltakquise erlaubt? Die rechtliche Lage

Die wichtigste Regel steht in § 7 des Gesetzes gegen den unlauteren Wettbewerb (UWG). Er unterscheidet danach, wen du ansprichst und über welchen Kanal.

Einwilligungen von Verbrauchern in Telefonwerbung müssen dokumentiert und fünf Jahre aufbewahrt werden (§ 7a UWG). Bei Werbeanrufen darf außerdem die Rufnummer nicht unterdrückt werden. Die Bundesnetzagentur kann bei unerlaubten Werbeanrufen gegenüber Verbrauchern und bei Rufnummernunterdrückung Bußgelder von bis zu 300.000 € verhängen. Anrufe bei Unternehmen ohne mutmaßliche Einwilligung sind nicht bußgeldbewehrt, können aber zivilrechtlich abgemahnt werden.

Auch der Datenschutz spielt eine Rolle: Kontaktdaten, die du speicherst und nutzt, unterliegen der DSGVO. Kläre im Unternehmen, welche Regeln dort gelten.

Dieser Artikel ersetzt keine Rechtsberatung.

Wie bereitest du Kaltakquise vor?

Gute Telefonakquise beginnt lange vor dem ersten Anruf. Je besser du vorbereitet bist, desto sicherer wirst du im Gespräch – und desto eher ist der Anruf für dein Gegenüber relevant.

Wie baust du einen Gesprächsleitfaden auf?

Ein Leitfaden gibt dir Struktur, ohne dass du ihn Wort für Wort ablesen musst. Bewährt hat sich dieser Aufbau:

Was sagst du in den ersten Sekunden?

Am Anfang entscheidet dein Gegenüber, ob es zuhört. Sprich ruhig und klar, nenne deinen Namen und dein Unternehmen und komm schnell zum Anlass. Ein konkreter Bezug – etwa zu einer Neuigkeit des Unternehmens – wirkt besser als eine allgemeine Floskel.

Eine faire Frage wie „Passt es gerade für zwei Minuten?“ zeigt Respekt vor der Zeit des anderen. Wenn nicht, vereinbare einen besseren Zeitpunkt, statt weiterzureden.

Mann hört am Telefon aufmerksam zu und notiert Einwände

Wie gehst du mit Vorzimmer und Einwänden um?

Assistenzen und Zentralen sind keine Gegner. Sie schützen die Zeit ihrer Kolleginnen und Kollegen und wissen oft, wer zuständig ist. Sei freundlich und ehrlich, nenne dein Anliegen kurz und frag nach dem richtigen Ansprechpartner oder einer guten Zeit für einen Rückruf.

Typische Einwände sind „Kein Interesse“, „Schicken Sie mir Unterlagen“ oder „Wir haben schon einen Anbieter“. Frag nach, was dahintersteckt, und antworte sachlich. Ein klares Nein solltest du akzeptieren – und im CRM vermerken, damit niemand erneut anruft.

Wie fasst du richtig nach?

Viele Abschlüsse entstehen erst nach mehreren Kontakten. Plane deshalb Wiedervorlagen fest ein und halte Zusagen ein: Wenn du Informationen versprochen hast, schick sie zeitnah. Für eine E-Mail nach dem Telefonat sollte der Empfänger zugestimmt haben – frag im Gespräch also direkt, ob du ihm etwas schicken darfst.

Welche Kennzahlen helfen dir?

Kennzahlen zeigen dir, wo du dich verbessern kannst. Allgemeingültige Richtwerte gibt es kaum, denn die Werte hängen stark von Branche, Zielgruppe und Angebot ab. Vergleiche dich deshalb vor allem mit deinen eigenen Zahlen über die Zeit.

Die meisten CRM-Systeme werten diese Zahlen automatisch aus, wenn du Aktivitäten sauber einträgst.

Wie trainierst du Kaltakquise?

Sicherheit am Telefon entsteht durch Übung. Hilfreich sind Rollenspiele, das Anhören eigener Gesprächsaufzeichnungen (nur mit Einverständnis aller Beteiligten) und regelmäßiges Feedback.

Im Digital Sales Manager Kompaktkurs ist das Thema fest eingeplant: Leadgenerierung und Kundengewinnung, digitale Verkaufsgespräche und Verhandlung sowie die Arbeit mit CRM-Systemen wie Salesforce und HubSpot sind Teil der Weiterbildung. Im Verkaufsgesprächscoaching mit dem Lehrteam übst du Gespräche und bekommst direkte Rückmeldung.

Du kannst zwischen dem 8-monatigen Kurs Sales Manager im digitalen Vertrieb und dem 5-monatigen Kompaktkurs Digital Sales Manager wählen. Beide können zum Beispiel über einen Bildungsgutschein gefördert werden – die Entscheidung trifft der Kostenträger.

Fazit

Kaltakquise ist im B2B-Vertrieb ein wichtiges Werkzeug, aber rechtlich klar begrenzt: Privatpersonen darfst du nur mit ausdrücklicher Einwilligung anrufen, Werbe-E-Mails brauchen fast immer eine Zustimmung. Mit Recherche, Leitfaden, CRM und Übung wirst du am Telefon sicher. Ob eine geförderte Weiterbildung für dich infrage kommt, klärst du in unserer kostenlosen Beratung oder telefonisch unter 030 31192051.

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