Im Außendienst betreust du Kunden persönlich vor Ort, im Innendienst arbeitest du vom Büro oder Homeoffice aus und hältst den Vertrieb am Laufen. Beide Bereiche gehören eng zusammen, unterscheiden sich aber deutlich im Arbeitsalltag, bei den Anforderungen und beim Gehalt. Für Quereinsteiger ist vor allem der Innendienst ein häufiger Einstieg.

Was ist der Unterschied zwischen Außendienst und Innendienst?
Der Außendienst ist das Gesicht des Unternehmens beim Kunden. Der Innendienst sorgt dafür, dass Anfragen, Angebote und Aufträge sauber bearbeitet werden, und unterstützt den Außendienst. In vielen Unternehmen arbeiten beide als Team: Der Außendienst gewinnt den Auftrag, der Innendienst wickelt ihn ab.
- Arbeitsort: Außendienst unterwegs bei Kunden, auf Messen und im Auto. Innendienst im Büro oder mobil am Schreibtisch.
- Kundenkontakt: Außendienst persönlich vor Ort. Innendienst per Telefon, E-Mail und Video.
- Arbeitszeiten: Im Außendienst laut BERUFENET teils unregelmäßig, etwa mit Terminen am Abend oder Messen am Wochenende. Im Innendienst meist planbarer.
- Voraussetzung: Für den Außendienst ist laut BERUFENET ein Führerschein der Klasse B erforderlich.
Seit Videocalls selbstverständlich geworden sind, verschwimmen die Grenzen. Viele Unternehmen setzen auf Inside Sales: Vertriebsmitarbeitende, die vom Schreibtisch aus nicht nur verwalten, sondern aktiv verkaufen.
Was macht man im Außendienst?
Laut BERUFENET betreuen Außendienstmitarbeiter Kunden persönlich und versuchen, langfristige Geschäftsbeziehungen aufzubauen. Zu den typischen Aufgaben gehören:
- Bestandskunden besuchen und zu Produkten oder Dienstleistungen beraten.
- Neue Kunden gewinnen, zum Beispiel auf Messen oder Verkaufsveranstaltungen.
- Produkte vorstellen oder vorführen und technische Neuerungen erklären.
- Über Zahlungsmöglichkeiten wie Leasing oder Teilzahlung informieren.
- Bestellungen aufnehmen und an den Innendienst weiterleiten.
- Reklamationen entgegennehmen und Kundendaten pflegen.
- Touren und Termine planen und Besuchsberichte schreiben.
Was macht man im Innendienst Vertrieb?
Der Vertriebsinnendienst ist die Schaltzentrale zwischen Kunden, Außendienst und anderen Abteilungen. Je nach Unternehmen reicht die Rolle von der Sachbearbeitung bis zum aktiven Verkauf am Telefon. Typische Aufgaben:
- Kundenanfragen per Telefon und E-Mail beantworten.
- Angebote erstellen und nachfassen.
- Aufträge erfassen, Liefertermine klären und die Abwicklung begleiten.
- Den Außendienst mit Unterlagen, Terminen und Informationen unterstützen.
- Kundendaten und Aktivitäten im CRM- oder ERP-System pflegen.
- Bestandskunden betreuen und Zusatzbedarf erkennen.
- Im aktiven Innendienst: Kunden anrufen, Termine vereinbaren und Abschlüsse erzielen, etwa als Inside Sales Manager.
Was verdient man im Außendienst und im Innendienst?
Laut StepStone Gehaltsplaner liegt das mittlere Bruttojahresgehalt (Median) für Außendienstmitarbeiter/innen bei 48.800 €, die Spanne reicht von 41.600 € bis 59.000 € (abgerufen September 2026).
Für Vertriebsinnendienstmitarbeiter/innen nennt StepStone einen Median von 38.400 € bei einer Spanne von 32.400 € bis 45.300 € (abgerufen September 2026). Für Inside Sales Manager, also den aktiv verkaufenden Innendienst, liegt der Median laut StepStone bei 42.900 € (abgerufen August 2026).
Im Außendienst ist das Gehalt oft stärker leistungsabhängig. Neben dem Fixum kann ein variabler Anteil hinzukommen, der sich nach Umsatz oder Zielen richtet. Das Gehalt hängt außerdem von Branche, Region, Unternehmensgröße und Erfahrung ab.

Vor- und Nachteile im Überblick
Außendienst
- Vorteile: viel Abwechslung, persönliche Kundenbeziehungen, eigenständige Planung und laut StepStone ein höheres mittleres Gehalt als im Innendienst.
- Nachteile: viel Zeit im Auto, häufige Abwesenheit vom Wohnort, teils unregelmäßige Arbeitszeiten und Druck durch Umsatzziele.
Innendienst
- Vorteile: planbare Arbeitszeiten, oft Homeoffice möglich, enge Zusammenarbeit im Team und ein guter Einstieg, um Produkte und Kunden kennenzulernen.
- Nachteile: viel Bildschirm- und Telefonarbeit, teils hoher Anteil an Routineaufgaben und ein niedrigeres mittleres Gehalt.
Außendienst oder Innendienst: Was passt zu dir?
Der Außendienst passt zu dir, wenn du gern unterwegs bist, Menschen persönlich überzeugen möchtest und dir selbstständiges Arbeiten liegt. Du solltest mit wechselnden Tagesabläufen und längeren Fahrten gut umgehen können.
Der Innendienst passt zu dir, wenn du strukturiert arbeitest, gern telefonierst und feste Abläufe schätzt. Wer familiäre Verpflichtungen hat oder nicht viel reisen möchte, findet hier oft das passendere Modell.
Beide Wege schließen sich nicht aus. Viele Vertriebsprofis starten im Innendienst und wechseln später in den Außendienst, ins Account Management oder werden Key Account Manager. Mit viel Erfahrung ist auch der Weg in die Vertriebsleitung möglich.
Wie gelingt der Einstieg als Quereinsteiger?
Laut BERUFENET erwarten Arbeitgebende im Außendienst häufig eine kaufmännische Aus- oder Weiterbildung oder ein entsprechendes Studium. In der Praxis zählen außerdem Kommunikationsstärke, Produktinteresse und Kundenerfahrung, etwa aus dem Handel, der Gastronomie oder dem Handwerk.
Ein paar Tipps für den Wechsel:
- Nutze Fachwissen aus deinem bisherigen Beruf. Wer eine Branche kennt, versteht die Kunden besser.
- Starte mit Juniorrollen im Innendienst oder als Sales Development Representative.
- Lerne die Grundlagen der Neukundengewinnung, zum Beispiel der Kaltakquise.
- Baue CRM-Kenntnisse auf, denn fast jeder Vertrieb arbeitet heute damit.
Mehr dazu liest du im Ratgeber Quereinstieg in den Vertrieb.
Welche Weiterbildung bereitet auf Außen- und Innendienst vor?
Eine eigene Weiterbildung speziell für den Außen- oder Innendienst bieten wir nicht an. Unsere Weiterbildungen vermitteln aber Grundlagen, die in beiden Bereichen gebraucht werden:
- Sales Manager im digitalen Vertrieb: 8 Monate, 1.600 Unterrichtseinheiten in 3 Modulen, Vollzeit im virtuellen Klassenzimmer.
- Digital Sales Manager: 5-Monats-Kompaktkurs mit 1.080 Unterrichtseinheiten in 2 Modulen, Vollzeit und remote. Voraussetzungen sind Deutsch auf B2-Niveau und PC-Grundkenntnisse.
Im Sales Manager im digitalen Vertrieb geht es unter anderem um Vertriebsmechanismen und -kanäle, digitales Beziehungsmanagement und Kundenkommunikation sowie um Verkaufsgespräche mit echten Kunden. Im Digital Sales Manager Kompaktkurs sind Leadgenerierung und Kundengewinnung, CRM-Systeme im Vertriebsalltag sowie Kundenmanagement und Vertriebsprozesse Teil der Weiterbildung.
Beide Weiterbildungen enden mit neun Zertifikaten: dem Abschlusszertifikat der Sales Akademie, drei IHK-Zertifikaten (Sales Manager/in – Digitaler Vertrieb, CRM-Experte/in – Digitaler Vertrieb, KI-Vertriebsmanager/in), einer Salesforce-Zertifizierung und vier HubSpot-Zertifikaten. In beiden gehören die Arbeit mit Salesforce und HubSpot sowie KI im Vertrieb dazu, und die individuelle Karriereberatung läuft bis zu sechs Monate nach Kursende. Laptop, Headset und Maus werden gestellt.
Kann die Weiterbildung gefördert werden?
Die ATR Sales Akademie GmbH ist nach AZAV zugelassen. Deshalb können die Weiterbildungen zum Beispiel über einen Bildungsgutschein der Agentur für Arbeit oder des Jobcenters gefördert werden. Auch die Deutsche Rentenversicherung, der Berufsförderungsdienst der Bundeswehr oder Berufsgenossenschaften kommen als Kostenträger infrage. Ob du gefördert wirst, entscheidet immer der Kostenträger.
Was du für einen Bildungsgutschein brauchst, erklären wir im Artikel Bildungsgutschein: Voraussetzungen und Antrag. In der kostenlosen Beratung prüfen wir gemeinsam, ob eine Förderung für dich infrage kommt, und besprechen deine Optionen. Telefonisch erreichst du uns unter 030 31192051.
Weiterlesen
