Verkaufstechniken helfen dir, den Bedarf eines Kunden zu verstehen und ihm eine passende Lösung zu zeigen. Verhandlungstechniken setzen später an: Sie helfen, Preis, Umfang und Bedingungen so zu klären, dass beide Seiten zustimmen können. Die bekanntesten Methoden sind SPIN Selling, BANT, die Nutzenargumentation, die Einwandbehandlung und das Harvard-Konzept für Verhandlungen.

Verkäuferin und Einkäufer in einer Verhandlung am Besprechungstisch

Was ist der Unterschied zwischen Verkaufen und Verhandeln?

Beim Verkaufen geht es um die Frage, ob der Kunde überhaupt kaufen will. Du findest heraus, welches Problem er hat, und zeigst, wie dein Produkt es löst. Das Ziel ist ein echtes Interesse an deinem Angebot.

Verhandelt wird meist erst, wenn dieses Interesse besteht. Dann geht es um das Wie: Preis, Laufzeit, Lieferumfang, Zahlungsbedingungen. Wer zu früh über Rabatte spricht, verhandelt über etwas, dessen Wert der Kunde noch gar nicht kennt. Deshalb gilt als Faustregel: erst den Nutzen klären, dann die Konditionen.

Welche Verkaufstechniken sind bewährt?

Aktives Zuhören

Aktives Zuhören ist die Grundlage aller anderen Methoden. Du hörst aufmerksam zu, fasst das Gesagte in eigenen Worten zusammen („Habe ich richtig verstanden, dass …?“) und fragst nach, statt sofort zu antworten. So merkt dein Gegenüber, dass du sein Anliegen ernst nimmst, und du vermeidest Missverständnisse.

SPIN Selling

SPIN Selling geht auf den britischen Vertriebsforscher Neil Rackham zurück und ist eine Fragetechnik für beratungsintensive Verkäufe. Die vier Buchstaben stehen für vier Fragetypen, die du nacheinander einsetzt:

Der Kern: Der Kunde formuliert den Nutzen selbst. Das wirkt überzeugender, als wenn du ihn aufzählst.

BANT

BANT ist keine Gesprächstechnik, sondern ein Raster zur Qualifizierung von Interessenten. Du prüfst vier Punkte: Budget (Gibt es Geld für die Lösung?), Authority (Sprichst du mit der Person, die entscheidet?), Need (Gibt es einen echten Bedarf?) und Timeline (Bis wann soll entschieden werden?). So erkennst du früh, welche Kontakte du priorisieren solltest. Im Alltag werden die Antworten meist im CRM-System festgehalten.

Nutzenargumentation

Kunden kaufen keine Merkmale, sondern Vorteile für sich. Bei der Nutzenargumentation übersetzt du jedes Merkmal in einen konkreten Nutzen. Eine einfache Brücke ist die Formulierung „… das bedeutet für Sie …“. Aus „Die Software hat eine automatische Terminerinnerung“ wird dann: „Das bedeutet für Sie, dass weniger Termine ausfallen.“ Wichtig ist, dass der Nutzen zu dem passt, was der Kunde vorher als Problem genannt hat.

Einwandbehandlung

Einwände wie „Zu teuer“ oder „Wir haben schon einen Anbieter“ sind normal und oft ein Zeichen von Interesse. Bewährt hat sich ein ruhiger Ablauf: Einwand anhören, nicht unterbrechen, Verständnis zeigen und dann nachfragen, was genau dahintersteckt. Erst danach antwortest du.

Hilfreich ist die Unterscheidung zwischen Einwand und Vorwand. Ein echter Einwand lässt sich klären. Ein Vorwand verdeckt den eigentlichen Grund. Eine Frage wie „Angenommen, der Preis passt: Würden Sie es dann machen?“ hilft, das herauszufinden.

Abschlusstechniken

Viele Gespräche scheitern nicht am Inhalt, sondern daran, dass niemand nach dem Auftrag fragt. Abschlusstechniken helfen dir, das Gespräch zu einer Entscheidung zu führen:

Druck und künstliche Verknappung schaden dagegen dem Vertrauen und führen oft zu Stornierungen.

Welche Verhandlungstechniken solltest du kennen?

Das Harvard-Konzept

Das Harvard-Konzept stammt von Roger Fisher und William Ury (Harvard Negotiation Project) und ist die bekannteste Methode für sachliches Verhandeln. Es beruht auf vier Grundsätzen:

Dazu gehört die Idee der besten Alternative, falls keine Einigung zustande kommt (englisch BATNA). Wer seine eigene Alternative kennt, weiß, wann ein Angebot nicht mehr sinnvoll ist.

Weitere Grundregeln

Kunde wirkt ungeduldig, während der Verkäufer zu viel redet

Welche Fehler passieren häufig?

Was ist bei Verkaufsgesprächen per Video anders?

Viele Verkaufsgespräche finden heute per Videocall statt. Die Methoden bleiben gleich, die Umsetzung ändert sich. Körpersprache ist nur eingeschränkt sichtbar, deshalb werden klare Sprache, Blickkontakt in die Kamera und kurze Rückfragen wichtiger.

Wie lernst du Verkaufs- und Verhandlungstechniken?

Lesen reicht nicht. Verkaufs- und Verhandlungstechniken lernst du vor allem durch Üben, Feedback und Wiederholen. Rollenspiele mit echtem Feedback zeigen dir schnell, wo du zu viel redest oder zu früh nachgibst.

Im Digital Sales Manager Kompaktkurs sind digitale Verkaufsgespräche und Verhandlung ein fester Lerninhalt. Dazu gehört ein Verkaufsgesprächscoaching mit dem Lehrteam, in dem du Gespräche übst und Rückmeldung bekommst. Einen eigenen Kurs nur zu Verkaufstechniken bieten wir nicht an. Verkaufsgespräche sind Teil beider Weiterbildungen Sales Manager im digitalen Vertrieb (8 Monate) und Digital Sales Manager (5 Monate), zusammen mit Kommunikation, Kundenmanagement und CRM-Systemen wie Salesforce und HubSpot.

Beide Weiterbildungen finden in Vollzeit im virtuellen Klassenzimmer statt und können zum Beispiel über einen Bildungsgutschein gefördert werden. Ob du gefördert wirst, entscheidet dein Kostenträger. Was du dafür brauchst, erklären wir im Artikel Bildungsgutschein: Voraussetzungen und Antrag. Wie der Berufsalltag danach aussieht, liest du unter Was macht ein Sales Manager?.

Du möchtest wissen, ob eine geförderte Weiterbildung für dich infrage kommt? In der kostenlosen Beratung prüfen wir gemeinsam deine Möglichkeiten. Du erreichst uns auch telefonisch unter 030 31192051.

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